| Humanistische Partei Ideologie Positionen Agenda Archiv Newsletter Beitreten | Stellungnahme zu den Resultaten der eidg. Volksabstimmung Der 29.November 2009 stellt für die Humanisten der Schweiz ein schwarzer Sonntag dar.Zur Anti-Minarett-Initiative: Gesiegt haben hier nicht nur die Brandstifter der SVP. Wir bedauern zutiefst, sagen zu müssen: heute haben in der Schweiz die Angst und Ignoranz gesiegt. Es ist kein Ruhmesblatt, weder für die Schweizer Demokratie noch für die schweizerische Bevölkerung. Heute haben wir per Volksentscheid ein Grundrecht ausser Kraft gesetzt, das sowohl in der schweizerischen Verfassung wie auch durch den Art.18 der Universellen Erklärung der Menschenrechte garantiert ist. Der 29.November 2009 stellt für die Humanisten der Schweiz ein schwarzer Sonntag dar. Zur Anti-Minarett-Initiative: Gesiegt haben hier nicht nur die Brandstifter der SVP. Wir bedauern zutiefst, sagen zu müssen: heute haben in der Schweiz die Angst und Ignoranz gesiegt. Es ist kein Ruhmesblatt, weder für die Schweizer Demokratie noch für die schweizerische Bevölkerung. Heute haben wir per Volksentscheid ein Grundrecht ausser Kraft gesetzt, das sowohl in der schweizerischen Verfassung wie auch durch den Art.18 der Universellen Erklärung der Menschenrechte garantiert ist. Wir Humanisten sind empört und überrascht. Das Argument, eine Religion könne auch ohne bestimmte Bauten ausgeübt werden, stimmt natürlich. Wir könnten also folgerichtigerweise auch den Bau von Kirchen, Moscheen, Synagogen und anderen Tempeln verbieten. Jeder könnte ja immer noch, bei sich zuhause, oder besser noch im Versteckten, seinen Glauben leben… all das wäre somit kein Verstoss gegen die Glaubensfreiheit. Wie können die Schweizer Medien und Meinungsmacher nur solche Dummheiten von sich geben oder verbreiten! Alle Beschönigungsversuche für diese Verletzung eines elementaren Menschenrechts, die jetzt zweifellos auf dieses schockierende Resultat folgen, werden vor einer höheren Instanz, nämlich der unseres Gewissens, nicht standhalten. Zur Waffen-Exportverbots-Initiative: Eine Annahme hätte Arbeitsplätze vernichtet, sagten die Gegner. Das war ihr gutes Recht. Dass unsere Bevölkerung aber bereit war, dem dermassen wuchtig zu folgen, oder um es auf den Punkt zu bringen: den Magen zu füllen auch auf Kosten von Geschäften mit dem Tod, erfüllt uns nochmals mit Scham und Empörung. Der von einem bekannten deutschen Schriftsteller in den 30er Jahren geschriebene Satz “Erst kommt das Fressen, dann die Moral”, erklärt dieses beschämende Abstimmungsresultat vollumfassend. Auch das ist kein Ruhmesblatt für die Mehrheit unseres Volkes. Heute haben sich die Mehrheit der nach aussen hin offenen und toleranten Schweizer und Schweizerinnen im Geheimen als intolerante und egoistische Heuchler entpuppt. Als Humanist schäme ich mich heute wahrlich, ein Schweizer zu sein. Aber noch mehr mache ich mir Sorgen um unsere Zukunft. Wenn Intoleranz, Heuchelei und Verdrehung der Bedeutung von Erklärungen und Verfassungen gesellschafts- und mehrheitsfähig werden, dann ist unsere Demokratie tatsächlich in Gefahr. Aber nicht durch islamistische Fundamentalisten, sondern duch die verantwortungslosen Brandstifter, aber auch durch unseren eigenen geistigen und moralischen Zustand. Unser Land braucht dringend eine Erneuerung. Es braucht die Stimmen all jener, die jegliche Form von Gewalt ablehnen und dazu aufrufen, ein gewaltfreies Bewusstsein zu schaffen. Wir unsererseits bekräftigen, unsere Initiativen Welt ohne Krieg und Gewalt, die Humanistische Partei, das Humanistische Netzwerk und den Weltweiten Marsch für Frieden und Gewaltfreiheit zu verstärken und so dieser zerstörerischen und gewalttätigen Richtung in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken. Wir wollen weder diskriminierende Verbote noch Geschäfte mit dem Tod. So rufen wir alle engagierten und gewaltfreien Kräfte dazu auf, sich zusammenschliessen und gemeinsam am Aufbau einer universellen menschlichen Nation mitzuarbeiten. Daniel Horowitz Sprecher der Humanistischen Bewegung in der Schweiz |
