| Humanistische Partei Ideologie Positionen Agenda Archiv News Feeds Newsletter Beitreten | «Wer früh aufsteht, dem hilft Gott!» Stehen die kämpfenden Bosse früh auf? Stehen die erfolgreichen Banker früh auf? ...Stehen die kämpfenden Bosse früh auf? Stehen die erfolgreichen Banker früh auf? In Wirklichkeit ermahnt das Sprichwort doch die einfachen Arbeitenden früh aufzustehen, und stammt noch aus den Zeiten, in denen Arbeit sich rentierte. Aber so wie die Welt derzeit funktioniert, bringt Arbeit weniger ein als Abfall. Von den beiden Motoren des universellen Systems der Macht, dieses Systems, das man damals in meiner Kindheit Kapitalismus nannte, funktioniert nur noch einer. Der Reiz der Habsucht verschwand, zumindest für die Arbeitskräfte. Niemand hat noch die geringste Hoffnung, durch Arbeiten reich zu werden. Die beiden Motoren sind jetzt die Angst und die Angst: Angst, die Arbeit zu verlieren, die Angst, keine Beschäftigung zu finden, Angst vor Hunger, Angst vor der Hilflosigkeit. Die Zeiten, als Gewerkschaften die Arbeitenden verteidigten, scheinen heute prähistorisch. Unverhohlen verweigern die bekanntesten multinationalen Unternehmen Walmart und McDonalds den Arbeitenden ihr Recht sich zusammenzuschließen. Sie werfen die auf die Straße, welche die Kühnheit besitzen, das zu versuchen. Bei den internationalen Institutionen, die für Menschenrechte eintreten, löst diese skandalöse Verletzung nicht mal einen Windhauch aus. Das Beispiel macht Schule und es wird schlicht und einfach normal, dass Gewerkschaften ein Dasein als Niemand fristen oder verboten werden. Die Gewerkschaftsbewegung, Frucht der jahrhundertelangen Arbeitskämpfe, befindet sich weltweit in der Krise. Wie auch alle anderen Instrumente kollektiver und pazifistischer Verteidigung der von ihrer Arbeit lebenden Menschen in der Krise sind. Und jetzt überleben diese, ihrem eigenen Glück überlassenen Menschen genötigt, unbedingt zu akzeptieren, was die Arbeitgeber verlangen: das doppelte an Arbeitsstunden im Tausch gegen die Hälfte des Lohnes. Die Gewerkschaften, geschwächt und verfolgt, können kaum helfen und Gott ist anscheinend anderweitig beschäftigt. Der Präsident Busch braucht ihn Tag und Nacht: sein Projekt, die Eroberung des Planeten, ist eine göttliche Mission. Und Gott begleitet ihn auf seinen Wegen. Wie sie miteinander kommunizieren? Per Mail, per Fax, über das Telefon oder durch Telepathie? Das ist Staatsgeheimnis. Eduardeo Galeano |
