| Humanistische Partei Ideologie Positionen Agenda Archiv News Feeds Newsletter Beitreten | Europaabgeordnete überrascht vom Ausschluss von Podemos im „demokratischen“ Prozess Chiles Tomás Hirsch, Präsidentschaftskandidat des Chilenischen Linksbündnisses “Juntos Podemos” bei den letzten Wahlen hatte einen vollen Kalender in Brüssel, wo er mit verschiedenen Abgeordneten der linken und grünen Fraktionen zusammentraf. „Morgens traf ich mich gleich mit dem EU Kommissar für Außenhandel der Linksfraktion Paul-Emile Dupret, der die chilenische Wirklichkeit sehr gut kennt und auch großes Interesse an der Entwicklung von Podemos gezeigt hat.“, sagte Hirsch. Gleich anschließend gab es ein Arbeitstreffen mit 41 Abgeordneten der Linksfraktion. „Man zeigte sich sehr besorgt, über das, was in Lateinamerika vor sich geht und sehr interessiert an der momentanen Entwicklung – vor allem in Südamerika…“ Im Anschluss an das Treffen bemerkte Hirsch, nachdem erneut das Klischee eines vermeintlich linksregierten Chiles aufgetaucht war: „Man macht sich hier anscheinend niemand eine Vorstellung davon, wie sehr das neoliberale Modell und die Multinationalen die chilenische Realität beherrschen. Sie konnten mir auch gar nicht glauben, dass uns nach 7 % bei den letzten Wahlen kein einziger Sitz im Parlament zustand.“ Danach traf sich Hirsch mit der Grünen Europaabgeordneten Gladis Duipert, die sich über die momentane Lage in Chile sehr besorgt zeigte, besonders im Bezug auf CELCO und Pascua Lama . „Sie war schockiert, als ich ihr erzählte, dass norwegische Lachs-Konzerne den Angestellten ihrer chilenischen Töchtergesellschaften nur ein Sechstel des in Europa üblichen Lohns zahlen, von dem irreparablen Umweltschaden, den sie im Süden Chiles anrichten ganz zu schweigen.“ In erweiterter Runde mit dem deutschen Europaabgeordneten zeigte sich Duipert sprachlos, als sie erfuhr, dass die Chilenische Regierung entgegen ihrer Versprechen nach Prüfung der Umweltschäden das Pascua Lama Projekt längst abgesegnet hat. „Sie war fassungslos, als ich berichtete, dass CELCO weiterhin im Süden Chiles operieren darf, ohne sich an Umweltrichtlinien halten zu müssen.“, erklärte Tomás Hirsch. Hirsch und die Europaabgeordnete trafen die Vereinbarung, sie und andere Abgeordnete der Linksfraktion im Oktober nach Chile einzuladen, um sich selbst vor Ort über die Umweltsituation ein Bild zu machen. „Sie (die Linksfraktion) sind gerade in einer sehr engagierten Kampagne gegen die Umweltzerstörungen des Neoliberalismus, nicht nur in Chile sondern in ganz Lateinamerika.“, ergänzte der Vertreter der Humanisten Partei. Gleich nach dem Treffen machte sich Tomás Hirsch nach Großbritannien auf, um sich dort mit Mitgliedern der lateinamerikanischen Gemeinde und der britischen HP zu treffen. --------------------- CELCO ist eine Zellulosefabrik im Süden Chiles, die sich für die fast vollständige Zerstörung der Natur der gesamten Region verantwortlich zeichnet. (Von 6.000 Schwarzhalsgänsen überlebten ausschließlich 20) Die Chilenische Provinzregierung untersagte den Besuch von EU-Parlamentariern, Chilenische Umweltaktivisten wurden unrechtmäßig verhaftet. Pascua-Lama ist ein geplantes Bergbauprojekt der kanadischen Firma Barrick Gold in Chile und Argentinien. Da dort erheblichen Mengen Gold, Silber und Kupfer vermutet werden, sollen drei Gletscher abgetragen und an anderer Stelle „wieder neu errichtet“ werden. Umweltverbände befürchten außerdem gravierende Auswirkungen durch Arsen auf ein nahes liegendes Tal, in dem 70.000 Kleinbauern Bewässerungswirtschaft betreiben. Außerdem reklamieren zahlreiche Angehörige indigener Völker das Land für sich. |

Tomás Hirsch, Präsidentschaftskandidat des Chilenischen Linksbündnisses “Juntos Podemos” bei den letzten Wahlen hatte einen vollen Kalender in Brüssel, wo er mit verschiedenen Abgeordneten der linken und grünen Fraktionen zusammentraf.