Home | Links | Kontakt
Humanistische Partei Ideologie Positionen Agenda Archiv News Feeds Newsletter Beitreten
Regensburger Rede von Papst Benedikt XVI
Mit der Rede Benedikts XVI giesst nun auch der Papst Öl ins Feuer. Es mag zwar rein theoretisch „richtig“ sein, wenn sich nun Benedikt nicht bei den Muslimen der Welt entschuldigen will. Es mag auch stimmen, dass er die Muslime ja „eigentlich“ nicht beleidigt hat, er hat ja schliesslich nur Maximilian II. zitiert. Auch Bernhard Trauffer, Generalvikar des Bistums Basel, vertritt in diesem Sinne den Standpunkt, es gäbe nichts zu entschuldigen.

All das erinnert uns an den „Karrikaturenstreit“. Auch dort haben westliche Schlauköpfe die Meinungsfreiheit hochgehalten, um den Islam zu verteufeln. Doch damit zeigen all jene, ebenso wie die gewaltbereiten Fundamentalisten aller Couleurs, ihre Bereitschaft, unsere Welt in einen Kultur- und Religionskampf zu stürzen.

Wenn ich als Raucher, in einem Raucherzimmer sitze, das mit hochexplosivem Gas gefüllt ist, und jetzt auf meinem Recht zu rauchen beharre, dann beweise ich lediglich meine eigene Dummheit, wenn ich schliesslich ein Streicholz entfache. Die westlichen Medien, und leider nun auch der Führer der römisch-katholischen Christenheit, scheinen diesen sich anbahnenden „Kampf der Kulturen“ tatsächlich zu suchen, ohne sich im Klaren zu sein, was die Konsequenzen sind. Das von der SVP verlangte Minarettverbot stösst in dieselbe Richtung.

Und deshalb rufen wir die Medien eindringlich dazu auf, in ihren Berichterstattungen Respekt und Einfülsamkeitsvermögen zu zeigen und von vereinfachenden Schlagworten (wie z.B. von Begriffen wie „Islamismus“) Abstand zu nehmen, wenn sie den gewalttätigen „muslimischen“ Fundamentalismus meinen (wir benutzen auch nicht „Judaismus“ oder „Christianismus“, wenn wir die antihumanistischen, diskriminierenden oder gewaltbereiten Tendenzen dieser Religionen meinen). Kennen all diese „intelligenten, aufgeklärten“ Menschen nicht das Sprichwort, wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen?

Der Humanismus fordert alle Führer der grossen Weltreligionen dazu auf, ihre Gläubigen zur Toleranz, zum Dialog, zur Nicht-Diskriminierung und zur Gewaltfreiheit aufzurufen.

In dieser sich vergiftenden Atmosphäre sitzen wir gleichzeitig auf über 30000 nuklearen Sprengköpfen, die fähig sind, unseren Planeten 25 mal zu zerstören (was immer das auch heissen mag). Viele dieser Sprengköpfe haben eine vielfache Explosionskraft der Bomben von Hiroshima und Nagasaki. Und das in einer Welt, die immer deutlicher Zeichen des Zusammenpralls von Kulturen zeigt.

Deshalb organisieren die Humanisten weltweit unter anderem die Kampagne zur sofortigen weltweiten, proportionalen Abrüstung, und wir fordern von den Mächtigen dieser Welt die Vernichtung aller Atomwaffenarsenale.

16. September 06


zurück     nach oben

  PDF Version
Humanistische Partei Schweiz - www.humanistische-partei.ch