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Freiheit für Patricia Troncoso und für das Volk der Mapuche
Chilenische Regierung tritt Menschenrechte weiterhin mit Füssen

24.Januar 08 - Wir wollen die internationale Aufmerksamkeit auf die Misshandlungen der Mapuches von Seiten der chilenischen Regierung lenken und unsere Solidarität mit Patricia Troncoso bekunden. Sie ist eine Mapuche Frau, gefangen in einem chilenischen Gefängnis und befindet sich seit mehr als 100 Tagen im Hungerstreik.

Das Leben von Patricia Troncoso ist ernsthaft gefährdet. Die chilenische Regierung könnte diese dramatische Situation auflösen, indem sie positiv auf die zwei einfachen Forderungen reagiert: Die Erlaubnis sonntags nach Hause zu dürfen und den Transfer in eine landwirtschaftliche Strafvollzugsanstalt.

Der Kampf der Mapuche ist der Kampf der indigenen Völker, der keine künstlichen Grenzen kennt und verbunden ist mit der Erkenntnis, dass sich Lateinamerika aus mannigfaltigen Nationen und Völkern zusammensetzt, die im Laufe von mehr als 500 Jahren diskriminiert, ausgegrenzt und verfolgt wurden.

Der rechtliche Prozess von Patricia ist voll von Unregelmässigkeiten: zweimal wurde sie für unschuldig erklärt und trotzdem benutzte die chilenische Regierung ein "Anti-Terror-Gesetz" aus der Zeit der Militär-Diktatur, womit anonyme Zeugen, mit einer Menge Geld bestochen, gegen sie aussagten.

Patricia und Tausende von Mapuche-Landarbeitern, die umzingelt von multinationalen Forstwirtschafts-Unternehmen und Privateigentümern in indigenen Gemeinschaften leben, sehen ihre elementarsten Menschenrechte mit Füssen getreten und leiden unter Verfolgung, Folter, rechtswidrigen Hausdurchsuchungen und Provokationen durch die chilenischen Streitkräfte, der Polizei und der herrschende Rechtsordnung.

Patricia's aktueller Gesundheitszustand ist, gemäss dem Bericht eines medizinischen Teams, äusserst kritisch. Das medizinische Team wurde aufgrund einer Anfrage der Inter-Amerikanischen Menschenrechtskommission (IACHR) gebildet und fordert unter anderem ihre dringende Überführung in ein Krankenhaus in Santiago. Dennoch bleibt Patricia isoliert in einem Provinzkrankenhaus an ihr Bett gefesselt und es wird ihr sogar verweigert per Telefon mit dem Geschäftsführer des IACHR zu sprechen.

Das Verhalten der chilenischen Regierung gegenüber einer Frau in ernster Gefahr, die nur Gerechtigkeit für sich selbst und ihr Volk verlangt, ist für uns wirklich beschämend und nicht akzeptabel.

Wir fordern eine sofortige Lösung der Situation von Patricia Troncoso und dem Volk der Mapuches.

Wir bitten die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet, von Herz zu Herz mit den Mapuches zu kommunizieren und einen direkten Dialog zur Wiedergutmachung der verursachten Ungerechtigkeiten zu beginnen.

Tomas Hirsch
Sprecher des Humanismus für Latein-Amerika

Giorgio Schultze
Sprecher des Europäischen Humanistischen Forums

Unterzeichnende Organisationen:
Jaime Valdés, Defensoría Internacional de los Derechos de los Pueblos (DIDEPU)
Francisco Muster, Commision d'Appui aux Peuples originaires du Chili
Christiane Escher, MCI Mouvement pour la Coopération International
Cyril Schönbächer, Indigenève
Tomas Condori y Elsbeth Vocat, Association Cea-CISA
Ana Maria Cruz, Madre Tierra -Suiza
Tildy Hanhart, Beauftragte des Programms PROPAZ Suiza-Chiapas
Christian Larqué, Président de Four WINDS
Hayin Ray Antileo, Meli Wixan Mapu, Representación en Suiza.
Olivier de Marcellus, APCN, Action Populaire contra la Mondialisation, Genève, Suisse
Mercedes Moya, Espacio Afroamericano, Ginebra Suiza
Daniel Horowitz, Humanistische Partei Schweiz
Anneli Valdés, Coordinadora Internacional de Apoyo a la Lucha del Pueblo Mapuche, Sección Suiza.
Dr. Beat Dietschy, Zentralsekretär Brot für alle


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